Donnerstag, 05. Februar 2026, 20:00 Uhr

Hôtel Silence

Von Léa Pool
Schweiz/Kanada, 2024, Französisch/d, 101 Min.
Mit Sébastien Ricard, Lorena Handschin, Jules Porier, Irène Jacob, Louise Turcot, Paul Ahmarani

Jean ist Mitte fünfzig und seelisch am Tiefpunkt angelangt. Er reist ohne Rückfahrschein in ein vom Krieg verwüstetes Land, wo niemand ihn kennt und von seinem Vorhaben abbringt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Zuerst im maroden Hotel und später im Dorf erledigt der handwerklich geschickte Jean aus lauter Gewohnheit kleinere Reparaturen, der Wunsch zu Sterben verblasst.

Der Film zieht eine Parallele zwischen den Narben eines Mannes und denen eines kriegsversehrten Volkes, hebt aber nicht Gewalt und Zerstörung hervor, sondern Wiederaufleben und Solidarität.

Donnerstag, 05. März 2026, 20:00 Uhr

The Party

Von Sally Potter
Grossbritannien, 2017, Englisch/d, 71 Min.
Mit Kristin Scott Thomas, Timothy Spall, Bruno Ganz, Emily Mortimer, Cillian Murphy

Janet hat sich nach ganz oben gekämpft: Sie wird Gesundheitsministerin und das will gefeiert werden. Kaum sind alle Gäste da, platzt ihr Ehemann Bill mit zwei bisher gut gehüteten Geheimnissen heraus, und diese erschüttern nicht nur Janets Existenz in ihren Grundfesten. So läuft die Party bald völlig aus dem Ruder und Freundschaften, politische Überzeugungen, ja ganze Lebensentwürfe stehen auf dem Spiel.

Sally Potters Film sprüht vor Witz und Ironie und lässt ein exzellentes Schauspielensemble richtig aufblühen.

Freitag, 10. April 2026, 20:00 Uhr

Vingt dieux

Von Louise Courvoisier
Frankreich, 2024, Französisch/d, 92 Min.
Mit Clément Faveau, Luna Garret, Mathis Bertrand, Dimitry Baudry, Maïwène Barthelemy

Totone ist jung, unbekümmert und lebenshungrig. Völlig unvorbereitet und mittellos muss er Verantwortung für seine kleine Schwester und den elterlichen Hof übernehmen. Da schmiedet er einen Plan: Er will den besten Comté-Käse der Region herstellen und damit einen Wettbewerb gewinnen, immerhin winkt dem Sieger ein hohes Preisgeld.

Schnörkellos und mit grosser Empathie für die Figuren erzählt die Tragikomödie vom jurassischen Landleben in all seiner Schönheit und Rauheit – und von den Tücken der Herstellung eines guten Käses.

Freitag, 01. Mai 2026, 18:00 Uhr

Wim Wenders – Desperado


Film-Wochenende «Wim Wenders»


Von Eric Friedler, Andreas Campino Frege
Land, 2020, Deutsch/Englisch, 119 Min.
Mit Francis Ford Coppola, Patti Smith, Willem Dafoe, Werner Herzog, Andie MacDowell u.a.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders gilt als einer der Vorreiter des Neuen Deutschen Films und international als einer der wichtigsten Vertreter des Kinos der Gegenwart. Dreimal wurde er für einen Oscar nominiert. Spätestens seit Der Himmel über Berlin (1987) hat er bei seinen Fans Kult-Status erreicht. Am Film-Wochenende zeigt der Kinoclub nebst einer Dokumentation über den Regisseur und Menschen Wim Wenders gleich vier seiner bekanntesten Arbeiten.

In Wim Wenders – Desperado kommen einige Schauspielerlegenden und Weggefährten von Wim Wenders zu Wort. Von Düsseldorf über Paris bis in die Wüste von Texas zeichnet der Film ausserdem ikonische Schauplätze und entscheidende Momente in Wim Wenders Arbeit als Regisseur, Produzent, ­Fotograf und Autor nach.

Als Mischung aus Tanz- und Theaterfilm begeistert Pina mit unvergleichlichen Choreografien und Bildkompositionen; gleiches gilt für die Musik-Doku Buena Vista Social Club. Mit Paris, Texas zeigen wir den Wenders-Klassiker schlechthin. Und im Spätwerk Perfect Days erleben wir eine tief poetische Betrachtung über die Schönheit der alltäglichen Welt.

Freitag, 01. Mai 2026, 21:00 Uhr

Pina


Film-Wochenende «Wim Wenders»


Von Wim Wenders
Deutschland/Frankreich/Grossbritannien, 2011, Deutsch, 106 Min.
Dokumentarfilm

Die international gefeierte Pina Bausch revolutionierte die Kunst des Tanzes, schuf bahnbrechende Choreografien von stiller Poesie und mitreissender Kraft. Tänzerinnen und Tänzer erzählen von ihren Erfahrungen mit der 2009 verstorbenen Choreografin – in ihrer eigenen Sprache: dem Tanz. Pina ist eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise und zieht einen mitten hinein ins Geschehen, auf die Bühne, in Strassenschluchten, in einsame Landschaften. Ein Film mit wunderschönen, eindringlichen Bildern.

Samstag, 02. Mai 2026, 15:30 Uhr

Paris, Texas


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
BRD/Frankreich, 1983/84, Deutsch, 146 Min.
Mit Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski, Dean Stockwell, Aurore Clément, Hunter Carson, Bernhard Wicki

Wie aus dem Nichts taucht in der sengenden Wüstenhitze zwischen den USA und Mexiko ein hagerer Mann auf, der einen dunklen Anzug und eine rote Baseballkappe trägt. Travis. Er trinkt den letzten Schluck aus seiner Wasserflasche, dann marschiert er unbeirrt weiter in die Ödnis, die bei den Einheimischen The Devil's Playground heißt. Travis mag kein Wort sprechen und sein Gedächtnis weitgehend verloren zu haben, aber er ist getrieben von dem Wunsch, seine Familie wiederzufinden.

Samstag, 02. Mai 2026, 19:00 Uhr

Perfect Days


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
Japan, 2023, Japanisch/d, 123 Min.
Mit Koji Yakusho, Tokio Emoto, Arisa Nakano, Aoi Yamada, Yumi Aso

Hirayama reinigt öffentliche Toiletten in Tokio. Sein einfaches, zurückgezogenes Leben scheint im vollends zu genügen. Abseits des streng strukturierten Alltags geht er seiner Leidenschaft für Musik und Literatur nach; durch das Hören von Audiokassetten und das Lesen in gebrauchten Taschenbüchern. Eine Reihe unerwarteter Begegnungen bringt nach und nach eine Vergangenheit ans Licht, die er längst hinter sich gelassen hat.

Perfect Days ist eine tief poetische Betrachtung über die Schönheit der alltäglichen Welt und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Samstag, 02. Mai 2026, 21:30 Uhr

Buena Vista Social Club


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
Deutschland/USA, 1998/99, Spanisch/d, 105 Min.
Dokumentarfilm

Über mehrere Monate hinweg begleitete und beobachtete Wim Wenders die kubanischen Musiker; zuerst zuhause in Havanna, später in Amsterdam beim ersten öffentlichen Auftritt der Band und schliesslich in New York beim triumphalen Konzert in der Carnegie Hall.

Er verfolgte die alten Helden der traditionellen Son-Musik auf ihrem Weg aus der völligen Vergessenheit bis hin zum Weltruhm, innerhalb nur weniger Monate. «Ich dachte, ich drehe einen Dokumentarfilm, dabei waren wir dabei, ein Märchen mitzuerleben, das sich so niemand hätte ausdenken können.»

Freitag, 05. Juni 2026, 20:00 Uhr

La venue de l’avenir

Von Cédric Klapisch
Frankreich, 2024, Französisch/d, 124 Min.
Mit Suzanne Lindon, Vincent Macaigne, Cécile de France, Paul Kircher, Julia Piaton

Eine Gruppe entfernter Verwandter erfährt, dass sie ein leerstehendes Haus in der Normandie erben werden, und vier Cousinen und Cousins sollen es inspizieren. Dabei stossen sie auf die Spuren ihrer geheimnisvollen Vorfahrin Adèle, die mit zwanzig Jahren die Heimat verliess, um am Fin de Siècle in Paris nach ihrer Mutter zu suchen.

La venue de l’avenir ist ein köstlicher Dialog zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, der aktuelle Fragen zu Modernität, Individualismus, Gleichberechtigung der Geschlechter und Weitergabe von Wissen aufwirft.

Freitag, 26. Juni 2026, 20:00 Uhr

En fanfare

Von Emmanuel Courcol
Frankreich, 2024, Französisch/d, 104 Min.
Mit Benjamin Lavernhe, Pierre Lottin, Sarah Suco, Ludmila Mikaël

Der Pariser Stardirigent Thibaut erfährt rein zufällig, dass er Adoptivkind ist und einen Bruder hat. Jimmy arbeitet in einer Schulkantine im Norden, spielt nebenbei Posaune. Obschon sie aus gänzlich verschiedenen Milieus stammenden, verbindet sie die Liebe zur Musik. Während der privilegierte Thibaut mit der Ungerechtigkeit des Schicksals ringt, beginnt Jimmy von einem Leben jenseits seiner begrenzten Möglichkeiten zu träumen.

Mit Standing Ovations hatte das Publikum En fanfare bei der Premiere am Festival von Cannes gefeiert.